Foto: Knut Gärtner, Haare/Make up: Petra sulger / closeup-agency.de
Haben Sie auch die Nase voll vom Gerede, man müsse den Gürtel enger schnallen? Von Massenware mit null Wiedererkennungswert und null Kalorien? Verpackt in Plastik, konsumiert unterwegs? Wir haben da einen Vorschlag: Probieren Sie mal einen Cupcake. Der ist garantiert kein Diätprodukt, er hat nämlich so viele Kalorien wie ein Big Mac (jawoll, circa 500). Und er ist handgemacht. Und bunt und hübsch und köstlich – und schwer angesagt.
Ist Ihnen noch nicht aufgefallen? Abwarten, bestimmt wird in Ihrer Nähe bald ein plüschiges Café eröffnen, das Cupcakes anbietet. In Berlin Mitte, der Trend-Nervenzentrale der Republik, entsteht gerade eins nach dem anderen. Hamburg, Köln, Düsseldorf – alle ziehen nach.
Vielleicht haben Sie die Küchlein auch längst gesehen und für Muffins gehalten. Was für einen echten Cupcake eine ziemliche Beleidung ist . Er sieht zwar so ähnlich aus wie ein Muffin – aber er ist so viel mehr. Was die kleinen Törtchen adelt, ist ihr sogenanntes „Icing“: eine sündhaft süße, knallbunte Haube aus Butter- oder Frischkäsecreme, mit Früchten, Marzipan, bunten Streuseln, Nüssen oder anderen essbaren Kleinigkeiten liebevoll verziert. Alles feinste und mühsame Handarbeit.
Kein Wunder, dass die kostbaren Kalorienbomben in den USA rasend schnell von der Kindergeburtstags-Süßigkeit zum Lifestyle-Dessert wurden. Und nun auch bei uns immer mehr Fans finden. In Deutschland sind es meist Frauen um die 30, die neuerdings „in Cupcakes machen“, und die wenigsten von ihnen sind gelernte Bäckerinnen. Sie träumen von einem anderen Leben, außerhalb von Großraumbüros und Acht-Stunden-Computer-Tagen. Sie finden ihre Bestimmung darin, etwas Eigenes zu gestalten und zu managen.
Und dann dabei zuzusehen, wie andere Menschen das, was sie geschaffen haben, glücklich macht. Ihre kleinen Cafés sehen aus wie Bollwerke gegen schwere Zeiten: in Pastelltönen gestrichen, mit gepolsteren Stühlen, Rüschenvorhängen, bestickten Herzchentischdecken.
Als wäre in ihnen die Zeit stehengeblieben. Hier gibt’s keine Wirtschaftskrise, keinen Stress, keine schlechte Laune. Und erst recht keine To-Go-Mentalität . Hier wird sich zu Kaffee und Cupcake getroffen, geredet, ausgiebig gelesen, geflirtet, entspannt. Hier gibt man gerne 3,50 Euro für ein winziges Törtchen aus, nicht nur, weil es so schön ist, dass man es am liebsten zu Hause auf die Fensterbank stellen würde. Sondern weil es hervorragend schmeckt. Nach „Ich gönn mir was“. Nach „Durchatmen“ und „Jetzt erst recht“. Einfach nach „mehr“.
In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen Cupcake-Ladenbesitzerinnen vor!
Und gibts leckere Cupcake- und Muffinrezepte
Veröffentlicht in Maxi


