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So überzeugen Sie Ihren Mann von Mode

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Bye-bye, Styling-Muffel! Ein Interview über Personal Shopping im Netz

Einkaufen hieß für unsere Männer lange nur Elektronikgeschäft oder Baumarkt. Sobald wir aber in die Anglizismen wechseln, wird der Partner auf beiden Ohren taub. Shopping? In der City? Nein, danke! Wie der Mann nun trotzdem an eine stilsichere Garderobe kommt und die Frau ohne viel Stress mitbestimmen kann? Das Zauberwort heißt "Curated Shopping", also begleitetes Einkaufen, und macht sich momentan deutschlandweit einen Namen. Plattformen wie Outfittery, Modomoto oder Modemeister sprießen aus dem Berliner Boden.

Wie funktioniert der Service? Inspiriert von einem erfolgreichen Personal-Shopping-Trip mit dem Modemuffel-Freund in New York, starteten Julia Bösch (28) und Anna Alex (27) im April 2012 ihr Internet-Business Outfittery. Beide lernten sich beim IT-Dienstleister Rocket Internet kennen, Julia verantwortete die Internationalisierung von Zalando, Alex leitete das Produkt des Schweizer Groupbuying-Marktführers. Ihre zündende Idee: den Männern die Last des Einkaufens nehmen. Das machen sie mit einem Service, bei dem Mann einen Fragebogen im Netz beantwortet, ein kurzes Telefonat mit einer Style-Expertin führt, um dann gut eine Woche später ein Paket mit individuell abgestimmter Kleidung nach Hause geliefert zu bekommen. Behalten und bezahlt wird nur, was auch gefällt.

Wir sprachen mit Julia Bösch, Mitbegründerin von Outfittery, über Personal-Shopping im Netz, die schlimmsten Styling-Fehler und die Suche nach dem eigenen Typ.

Woher wissen Sie, was Männer wollen? Bei Outfittery arbeiten schließlich fast nur Frauen.

Die meisten unserer Stylisten haben zuvor im Einzelhandel, also direkt am Kunden gearbeitet, und wissen, was gut ankommt. Inspirationen sind außerdem wichtig. Die ziehen wir aus Blogs, Laufsteg-Looks und auch unserer Umgebung. Unser Büro befindet sich direkt am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte, eine Gegend voller stylisher Leute und toller Geschäften.

Und wann ist ein Mann Ihrer Meinung nach gut angezogen?

Die Hauptsache ist, dass der Mann sich in seinem Outfit wohlfühlt. Außerdem ist es immer gut seinen eigenen Typ zu unterstreichen.

"Eigener Typ", und wie findet man den?

Klar, es ist nicht immer leicht einen Stil zu finden, der zu einem passt, und auch dabei zu bleiben. Gerade dafür ist unser Fragebogen und die Telefonate mit unseren Styling-Experten gedacht, um den Kunden einfach besser kennen zu lernen. Ein Foto ist toll, aber kein Muss.

Wieso sind viele Männer überhaupt so schlecht angezogen?

Das würde ich nicht unbedingt sagen. Aus dem Freak wird bei uns kein Model gemacht. Meistens liegt es daran, dass Männer einfach keine Zeit und Lust haben, sich mit ihrem Styling auseinander zu setzen. Statt sich drei Stunden durch die Stadt zu schleppen, kann der Mann sich auch ganz einfach und ohne viel Aufwand einkleiden lassen. Ein Telefonat, eine Mail oder eine Facebook-Nachricht genügen schon.

Sollten Männer in Kleidungsfragen auf ihre Frauen hören?

Bestimmt, daran führt ja auch meist kein Weg dran vorbei. Die Frau oder die Freundin ist ein wichtiger Faktor, der auch beim Online-Shopping mit einbezogen wird. Die Ware wird nach Hause geliefert, die neuen Teile können vorgeführt und begutachtet werden. Gerade bei neuen Trends oder ungewohnten Kombis ermutigen wir den Mann, sich seiner Freundin zu präsentieren und sich mit ihr zu beraten.

Wie überzeugt man seinen Mann, mehr auf seine Kleidung zu achten?

Das größte Argument des begleitenden Shoppings ist die Zeitersparnis. Fällt für den Mann das nervende Drumherum weg, steht er auch dem Einkaufen viel positiver gegenüber. Er shoppt von zu Hause aus und bekommt eine individuelle Box gesendet, in der auf seine individuellen Wünsche eingegangen wurde.

Die schlimmsten Fehler?

Der Klassiker: schwarze Socken in braunen Schuhen. Auch falsche Größen sind oft das Problem. Wenn ein Kleidungsstück nicht sitzt, dann wirkt es auch schlecht. Sonst gilt: Was gefällt, passt.

Haben Sie so etwas wie einen eindeutigen Verkaufsklassiker? Welchen Style bevorzugen Ihre Kunden?

Bei uns kaufen die unterschiedlichsten Typen - vom 25-jährigen Berliner Startup-Unternehmer bis zum 55-jährigen Ingenieur aus München. Bei allen aber besonders beleibt: das Karohemd, T-Shirts mit aufgesetzten Pockets und Chinos in Beige oder Blau.

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