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Die muss man tragen! Taschen-Trends für den Herbst

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Die Neuen sind da!

Fashion-Hingucker, Event-Gefährte oder Handy-Verstauer: Doch Handtaschen können viel mehr. Sie sind das weibliche Statussymbol, die schönste Nebensache der Welt, mit denen jede Frau Arm in Arm durchs Leben geht. Und die auch zu einem stehen, wenn die Lieblingsjeans kneift und der Absatz des Saison-Schuhs aus der Mode kommt.

Wir haben mit Julian Rellecke (36), Creative Director beim Label "Liebeskind Berlin", über die Trends des Herbst/Winters, demokratische It-Bags und ein Lebensgefühl in Leder gesprochen.

Welches Taschendesign ist derzeit besonders angesagt?

Julian Rellecke: Der große Trend des Herbst/Winters 2012 ist das geradlinige, sophisticated Modell. Die Labels setzen außerdem auf lässige Softbags. Noch bis zum Sommer 2013 geht es allgemein aber mehr und mehr weg von den roughen Looks, hin zu femininen Designs.

Die große Bandbreite zwischen den Big Beuteln, die vom Used‐Look bis zum Sportswear‐Design reichen, bis hin zu zarten, steiferen Taschen schafft eine unglaubliche Bandbreite im Handtaschendesign. Materialien, Prints, Prägungen, Metallic‐Elemente, Neon‐Details, fast alles ist momentan möglich.

Minibag, XL-Shopper, Cross Over? Welche Form sollte man jetzt kaufen?

Im aktuellen Herbst/Winter sind mittelgroße bis kleine It‐Bags aus feinen, auch glänzenden Materialien besonders angesagt. Die Tasche muss keinen langen Gurt haben, sondern darf auch an Hand oder Handgelenk getragen werden. Das ändert sich mit der 2013er‐Saison dann komplett. Im Kontrast zum feminineren Herbst/Winter 2012 wird es dann wieder kernig, großformatig, lässig und maskulin.

Die Farben der Saison?

Die angesagten Gewürzfarben werden für Lederprodukte eins zu eins übersetzt. Ganz anders als in den Jahren zuvor, treten aber auch die Basic‐Töne Schwarz und Grau wieder mehr in den Vordergrund. Die Nuancen Bordeaux, Flaschengrün und Currygelb neben einem klaren Schwarz und einem facettenreichen Grau stehen für eine wiederaufkeimende Sehnsucht der Frau. Weg von Innovationen, ständig wechselnden Trends, dem übermächtigen Colour‐Blocking, zurück zu soliden Materialien, bodenständigen Farben und zierlichen Details.

Wir zeigen Ihnen die Taschentrends für den Herbst/Winter 2012! Nicht verpassen: der zweite Teil des Interviews findet sich gleich unter der Trend-Galerie ...

Müssen Schuhe und Handtasche eigentlich noch zusammen passen?

Meine Meinung: Dürfen sie auf keinen Fall. Die Frau nimmt sich mit zu viel Einklang die Chance auf Variationen. Aber das Angebot besteht weiterhin, so können auch im Herbst/Winter 2012 Kombinationen aus flaschengrüner Tasche und Loafers im gleichen Farbton getragen werden.

Und wie kombiniert man die Trends am besten?

Am besten funktionieren drei Farben im gesamten Look. Besonders die miteinander harmonierenden, herbstlichen Nuancen machen die aktuelle Saison so charmant und schön.

Worauf sollte man bei einer guten Tasche achten?

Das Material einer Tasche steht immer im Vordergrund. Ein tolles Leder erkennt man bereits aus der Entfernung, man fühlt es bei der ersten Berührung. Diese Wertigkeit in Verbindung mit einem passenden Farbton machen ein gutes Modell aus. Denn: Nicht jede Tasche funktioniert in jeder Nuance. "Nein" sagen würde ich zu einer Lack‐Kurzledertasche in Safrangelb. Dieser Ton passt viel besser zu grobporigen Softvarianten. Besonders in Deutschland spielt außerdem das aus der Funktion resultierende Format eine große Rolle, ganz anders als zum Beispiel in den USA oder Skandinavien. Die deutsche Kundin mag es diebstahlsicher, regendicht und legt obendrein noch Wert auf die innere Aufteilung ihrer Handtasche. Ein entscheidendes Kriterium beim Taschenkauf ist natürlich auch der persönliche Stil der Frau.

Wie pflegt man eine Ledertasche?

Bloß nicht überpflegen! Solange die Grundsatzqualität einer Tasche stimmt, wird sie mit dem Tragen nur schöner. Klar, kann man das Leder nach dem Kauf imprägnieren, wir empfehlen unseren Kunden aber, die Tasche mit Leben zu füllen. Erst Sonne, Luftfeuchtigkeit, Regen und der Spaß am Tragegefühl verleihen jedem Modell seine eigene Patina.

Woher kam Ihre Begeisterung für Accessoires?

Am Anfang stand unsere Begeisterung für die Frau. Immer wieder begegneten uns toll angezogene Frauen ohne die passende Tasche. Diese traumhaften Frauen verpassten ihrem gesamten Outfit damit einen Bruch. Da mussten wir einfach helfen.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Entwurf erinnern?

Kernige Styles für die Frau, damit hat alles angefangen. Aus einer uralten Lederarbeitstasche, die ich selbst jahrelang getragen habe, machte ich einen neuen Beutel für die Frau. XL-Nähte, Metallics zum Verschließen, solche XL‐Shopper nehmen wir in diversen Abwandlungen bis heute immer wieder mit ins Sortiment.

Welches Lebensgefühl steckt in den Taschen von Liebeskind Berlin?

„I’m relaxed“, sagen unsere Taschen. Geradlinige Easy‐to‐wear‐Styles, die nicht eitel sind und immer wissen, was cool ist. Das Gegenteil von Red‐Carpet und Bling Bling, ähnlich wie unser Hauptsitz Berlin. Nicht zu dramatisch, sondern lässig. Das strahlen auch die Trägerinnen unserer Taschen aus. Unsere Schwerpunkt‐Kundin: die informierte, reifere End‐Zwanzigjährige bis End‐Dreißigerin, die nicht jedem Trend hinterherläuft und sich auf ihren eigenen Stil verlässt. Das ist keine glitzernde Katy Perry, kein hysterisches Teen‐Girl, sondern eine Frau, die es wirklich gibt. Sie muss keine Rollen spielen, ist nicht over‐the‐top. Unsere Taschen sind demokratische It‐Bags.

Wie erklären Sie sich den Liebeskind Berlin-Hype?

Wir kümmern uns nicht um einen Hype oder die Platzierung unseres Labels. Bei Liebeskind Berlin geht es um unseren persönlichen Geschmack, ohne großes Spektakel. Unkomplizierte Produkte mit Fashion‐Ansatz. Wir bleiben unserer Richtung treu und in unseren Designs unabhängig. Das funktioniert dank persönlichen Formaten, eigenen Gerbereien und individuellen Farben. Wir bleiben die Lässige aus Berlin und kommen auch ohne Promis aus. Kurz gesagt: Schnieke kann uns mal!

Taschen, Schuhe, Schals, Jacken: Wie soll es mit dem Label weitergehen?

Die Tasche ist und bleibt unser Heimatprodukt. Die Marke geht aber über die Handtasche hinaus: Bikerjacken in getauchter Seide, genietete Sneaker, iPad‐Taschen oder Gürtel. Unsere neue DOB‐Linie (Anm. d. Red.: Damen-Oberbekleidung) steht noch am Anfang, diese müssen wir noch weiterentwickeln. Dann ist aber erst mal Schluss!

Das Label galt als Geheimtipp – inzwischen erobern Sie auch die Regale der Kaufhäuser. Keine Angst vor Liebeskind-Überdruss?

Angst haben wir nicht, klar kann so etwas passieren. Jede Marke kann in Perioden Hochs und Tiefs erleben. Das ist nicht dramatisch! Bereits vor drei Jahren haben wir dem vorgebeugt und unsere Kollektionsintervalle umgestellt. Statt drei oder vier Linien, bringen wir bis zu neun kleinere Kollektionen mit verschiedenen Kreativideen auf den Markt. So läuft die Kundin in ihrer Stamm‐Boutique oder auf der Straße nicht über Monate hinweg den gleichen Modellen über den Weg. Butterweiche Leder, handbemalte Materialien, verätzte Nieten‐Styles, Denim‐Modelle, Reptileffekte – wir bieten Vielfältigkeit ohne die eigene Style‐Aussage zu verlieren.

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