5 Gründe, warum Schadenfreude Spaß macht
SchadenfreudeDieter Bohlen verbrennt sich den Hintern auf der Sonnenbank, Regina Halmich vermöbelt Stefan Raab, im Fernsehen blamiert sich Deutschlands vermeintlicher Super-Star – und wir lachen vor Schadenfreude. Gemein? Ein wenig. Schlechtes Gewissen? Bloß nicht. Fünf Gründe, warum Schadenfreude Spaß macht und Sie sich ruhig freuen dürfen... Grund 1Grund Nr.1, warum Schadenfreude Spaß macht: Es sei eine kurzzeitige Betäubung des Herzens – so umschrieb der Philosoph Henri Bergson die Schadenfreude. Doch er notierte auch: Schadenfreude empfinden wir nur dann, wenn die Folgen nicht allzu schlimm sind. So lachen wir über jemanden, der auf der Bananenschale ausrutscht, nur, wenn er sich nicht ernsthaft verletzt. Wäre es anders, übernähme das Herz die Oberhand. Und das nicht nur bei körperlichen Schmerzen. Benimmt sich eine Kollegin auf der Betriebs-Weihnachtsfeier daneben und verliert deshalb ihren Job, würden wir kaum vor Schadenfreude lachen, sondern nur eines fühlen – Mitleid. Grund 2Grund Nr. 2, warum Schadenfreude Spaß macht: Lange galt die Schadenfreude als kleine Schwester der Niedertracht. Doch Psychologen wissen: Sie gehört zur Grundpalette menschlicher Gefühle – und das zu Recht. Denn ab und an andere Menschen zu verlachen stärkt unser Selbstbewusstsein. Und zwar umso stärker, je mehr die betreffende Person uns überlegen scheint, etwa, weil sie attraktiver ist. Stolpert das Model nun in seinen High Heels, lachen wir – und fühlen uns selbst überlegen. Wir fühlen, dass es dem anderen trotz seiner scheinbar besseren Position schlechter geht als uns. Und können uns besser akzeptieren – wenn auch nur für einen Augenblick. Grund 3Grund Nr. 3, warum Schadenfreude Spaß macht: Wütend stiefelt der Porsche-Fahrer aus dem Lokal und beschimpft die Politesse, die ihm gerade ein Knöllchen erteilt, weil der Parkschein fehlt. Und wir? Freuen uns diebisch und denken: „Geschieht ihm ganz recht“ – schließlich haben wir selbst fürs Parken bezahlt! Das Beispiel zeigt, welche Bedeutung die Schadenfreude für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft hat. Der Porsche-Fahrer hat als Einzelner gegen die Regeln der Gruppe verstoßen – und wurde bestraft. Unsere Freude darüber gilt also im Grunde uns selbst. Wir sind froh, weil es zeigt, dass wir uns richtig verhalten haben – und Gerechtigkeit herrscht. Grund 4Grund Nr. 4, warum Schadenfreude Spaß macht: Wie sehr es die Seele entlastet, das kleine Unglück anderer zu belächeln, weiß jeder. Deshalb nennt der Volksmund das Gefühl wohl auch die "schönste aller Freuden". Kein Wunder also, dass das Wort Schadenfreude zu einer Zeit entstand, als es besonders vielen Menschen extrem schlecht ging – während des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert. Das Wort schien so treffend, dass es zum deutschen Sprach-Exportschlager wurde – wie die Begriffe Kindergarten und Rucksack. So geben unter anderem Franzosen und Engländer mit dem deutschen Wort ihrer Schadenfreude Ausdruck. Grund 5Grund Nr. 5, warum Schadenfreude Spaß macht: Zwei von drei Menschen, die Missgeschicke anderer belachen, plagen nach der Freude Gewissensbisse. Und so lachen wir uns meist lieber klammheimlich ins Fäustchen. Die Menschen im Mittelalter hatten weniger Skrupel: Sie schlossen sich zu sogenannten "Lachgemeinschaften" zusammen, um über Abwesende zu lästern. Je bösartiger die Rede, desto besser. Diese offene Form der Schadenfreude hat sich bis heute erhalten, etwa im Karneval, wo die Missgeschicke und Schwächen von Politikern genüsslich ausgebreitet werden. Offen – und ohne Gewissensbisse. |
Darum ist Schadenfreude so schön:
Veröffentlicht in Laura








