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Lotte erobert die deutschen Bücherregale


Clara Ott: "Aufrüschbar" - von Sex, Knöpfen und gebrochenen Herzen


Die Roman-Heldinnen Lotte und Cosima wollen mit ihrem Kreativatelier "Aufrüschbar" so richtig durchstarten. Die Karriere scheint zumindest für's Erste in trockenen Tüchern. Nur die Männer halten die beiden Frauen auf Trab. Dabei könnte es alles sooo einfach sein. Wenn, ja wenn der Sex nicht wäre. Und je öfter Lotte sich das vornimmt, umso häufiger wacht sie neben dem nächsten Mann auf...
Clara Ott Aufrüschbar
Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH
"Aufrüschbar" ist im Schwarzkopf Verlag erschienen und kostet 9,95 Euro

Lotte und Cosima sind der Feder von Clara Ott (32) entsprungen. Die freie Journalistin und Autorin schrieb den Roman "Aufrüschbar" auf ihrer Reise durch Italien und lässt ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse von Freundinnen und ein bisschen Fiktion in diese ungewöhnliche Geschichte einfließen. Wir haben Clara zum Interview getroffen...

Welche Situation hat bei Dir den Ausschlag gegeben, ein Buch zu schreiben?
Ich habe mich immer über die ganzen leicht vorhersehbaren Frauenromane aufgeregt. Und wollte mal versuchen, ein Buch zu schreiben, bei dem man nicht schon auf dem Klappentext ahnt, was passiert.

Wie viel Lotte ist Clara und wie viel Clara mittlerweile Lotte?
Das kann man so nicht auseinanderdividieren. Lotte hat mich sehr inspiriert, weil sie in vielen Situationen anderes reagiert als ich. Ich frage mich immer öfter „Was würde Lotte tun?“. Es steckt also vermutlich inzwischen mehr Lotte in mir, als umgekehrt.

Die meisten Magazine schreiben über Deine Idee des Nullten Sex. Was für ein Gefühl ist es, aktuell die Frau in Deutschland zu sein, die propagiert, lieber keinen Sex zu haben?
Bin ich das? Nun, es ist Frühling und ich habe überhaupt gar nichts gegen Sex oder Liebe. Die Theorie vom Nullten Sex – die im Übrigen ja die Haltung meiner Romanheldin Lotte ist – plädiert nur für bewussteren Sex. Schließlich kann simpler Sex komplizierte Emotionen hervorrufen.

Hältst Du den Nullten Sex auch persönlich für die beste Lösung?
Es ist nicht die beste Lösung, weil man sicher oft was wagen muss, um zu gewinnen. Aber ich glaube, dass viele Menschen unüberlegt Affären beginnen, die im Nachhinein bessere und wesentlich nachhaltigere Freundschaften geworden wären.

Wie reagieren eigentlich Männer auf die Idee lieber über Sex zu reden, als ihn zu praktizieren? Schreckt das potenzielle Lover vielleicht ab?
Es ist auf jeden Fall immer ein super Gesprächsthema. Und viele Männer glauben am Anfang natürlich nicht, dass man lieber darüber reden will, als es zu tun. Nullter Sex bedeutet für mich nicht „Dirty Talk“, sondern lieber das Kompliment, dass man theoretisch gern miteinander schlafen würde, aber es vielleicht nur Sex wäre, also lässt man es lieber gleich. Und erspart sich die nagenden Fragen am nächsten Morgen.

Clara Ott Aufrüschbar
Foto: Moritz Thau
Clara Ott fragt sich nun oft: Was würde Lotte tun?

Bevor Dein Buch erschienen ist und alle sich auf den Nullten Sex konzentrierten – was dachtest Du ist die Stärke der Geschichte?
So ganz stimmt das ja nicht, denn ich habe auch schon Interviews rein zum Modeaspekt geführt. Das ist sicherlich ein schönes Thema, denn sich der Mainstreammode abzuwenden und seine Kleidung individualisieren zu lassen – oder es selber zu machen, das ist ein bisschen wie nachhaltiges Rumknutschen. Sich darauf zu besinnen, was man wirklich will und braucht und sich unabhängig von der Meinung anderer – und Männer zu machen, das ist die Stärke der Geschichte.

Kannst Du Dir vorstellen ein Atelier wie die "Aufrüschbar" in Anspruch zu nehmen?
Ich wäre Stammkundin! Leider gibt es so was wirklich nicht, und ich hab mir das vor vier Jahren ausgedacht und halte seitdem meine Augen offen. Schade, aber privat bin ich leider zu unbegabt und auch zu faul, das selbst zu machen. Ich brauche Stunden, um an einer Strickjacke alle Knöpfe auszutauschen. Aber ich lerne es gerade und danach bin ich immer sehr stolz.

Das Buch hat ja spürbar autobiografische Ansätze: Wie schwierig oder einfach ist es, Privates offen zu legen, auch wenn es hinter Fiktion versteckt wird?
Ich habe mit vielen anderen Autoren gesprochen und bei den meisten ist es nicht zu verhindern. Und es ist ja auch nicht schlimm, schließlich erlebt man die besten Geschichten, die man sich niemals so gut ausdenken könnte. Und es erspart die Nachrecherche. Und im Nachhinein kann man über vieles lachen. Wenn Lotte im Roman verlassen wird, so kann man als Leser relativ sicher sein, dass entweder ich oder eine enge Freundin von mir das so oder so ähnlich erlebt hat.

Was kann eine Frau von Lotte lernen?
Sich nicht aufzulösen, nur, um einen Mann zu beeindrucken. Authentisch zu sein und klar zu sagen, was man denkt. Lotte muss es selbst erst lernen, aber sie merkt irgendwann, dass sich Verbiegen nur zu Enttäuschungen führt. Wer er selbst ist, mag nicht sofort glücklich, liiert oder tough sein, aber er kann sich im Nachhinein zumindest nicht vorwerfen, dass er nicht immer er selbst war.

Wenn Aufrüschbar verfilmt werden würde, wer sollte Lotte spielen?
Eine natürliche Schauspielerin mit braunem Kurzhaarschnitt, die ein schönes Lächeln hat. Die auf den ersten Blick nicht perfekt ist und vielleicht ein dreckiges Lachen besitzt. Ich habe keine konkreten Schauspielerinnen im Kopf. Aber für die Männer im Buch würden mir viele einfallen! Natürlich nur attraktive Kerle wie Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz, Moritz Bleibtreu oder in der französischen Verfilmung Guillaume Canet...

Schon eine Idee für Buch Nummer zwei?
Eine Fortsetzung mit einer „Lotte Rügenbach“-Romanreihe wäre natürlich großartig. Aber ich habe noch viele andere Ideen. Da ich „Aufrüschbar“ vergangenen Sommer in Italien geschrieben habe, würde ich zum Beispiel gern über diese Zeit ein Buch schreiben.


Veröffentlicht in WUNDERWEIB
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